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In die Kirche? Nicht ohne Jahwe!

Endlich kommt von unseren Politikern auch mal ein Vorschlag den auch ich guten Gewissens unterstützen kann. Offensichtlich haben ein paar Abgeordnete in Berlin gefordert an Weihnachten eine Sitzplatzregelung einzuführen. So sollen nur diejenigen die auch Kirchensteuer zahlen an Weihnachten in die Kirche dürfen.

Das wäre doch prima. Nur mal angenommen nur Personen die an die spezielle Religionsgemeinschaft, die den Gottesdienst abhält, Kirchensteuer zahlen dürfen in den jeweiligen Gottesdienst…  Prima damit werfen wir alle Ökumenischen Ideen die sich die letzten 150 Jahre gebildet haben zum Fenster raus. Und so nebenbei würde es auch helfen zu zeigen wie wenige Mitglieder die Religionsgemeinschaften eigentlich haben. Vor allem in Berlin, wo keine 60% der Einwohner mehr einer Glaubensgemeinschaft angehören, stelle ich mir das lustig vor. Gähnende leere in der Kirche nur die ersten paar Reihen gefüllt mit Politikern und religiösen Fanatikern.

Über die Umsetzbarkeit des Ganzen hat sich zwar mal wieder keiner wirklich Gedanken gemacht, aber wen das immer noch wundert der hat die letzten 20 – 30 Jahre in seiner eigenen Welt verbracht.

Nun betrachen wir das ganze aber mal aus einer ernsteren Perspektive. Die Kirchensteuer wird keineswegs darauf verwendet die Kirchen zu erhalten, geschweige denn die Priestergehälter zu zahlen. Die Kirchen haben also nicht das geringste Recht nur ihren Mitgliedern Zugang zu gewähren. Besonders hier bei uns im schönen Bayern wo alle Kirchenbauten dem Freistaat gehören und die Kirchen lediglich Nutzungsrechte haben.

Pro Reli und das Grundgesetz

Inzwischen hat die Initiative Pro Reli die Samthandschuhe wohl verbrannt. Die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erklärte:

“Ein staatlicher Pflichtunterricht in weltanschaulich-religiösen Fragen, wie ihn das Bundesland Berlin eingeführt hat, verfehlt die freiheitlich-demokratischen Prinzipien und reduziert die Bildungsaufgabe der Schule in unverantwortlicher Weise. In keinem anderen Bundesland werden junge Menschen gezwungen, an einem staatlichen Ethikunterricht teilzunehmen, ohne alternativ einen konfessionell geprägten Religionsunterricht der Kirchen oder anderer Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften wählen zu können.”

Und ja damit hat sie recht. Allerdings verschweigt sie dabei natürlich das es nach wie vor konfessionellen Unterricht gibt. Nur eben nicht als Pflichtfach. Außerdem muss Schülern, sogar in Bayern, ein Ethikunterricht gestellt werden, sollte ihre Religionsgemeinschaft nicht in der Lage sein einen konfessionellen Unterricht an der Schule zur bieten.

Und zu “…verfehlt die freiheitlich-demokratischen Prinzipien und reduziert die Bildungsaufgabe der Schule in unverantwortlicher Weise.” kann ich nur sagen, dass dem nicht so ist. Hier der entsprechende auszug aus dem GG (Artikel 7):

(3) Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen.

Das heißt also, wenn die schule eine Katholische Sonstwas ist, dann hat Religion ein ordentliches Lehrfach zu sein. Das bedeutet allerdings im Umkehrschluss das jede staatliche Schule die nicht ausdrücklich ein konfessionelle Schule ist bekenntnisfrei ist. Das folgt aus der Tatsache das es in den heute noch gültigen Artikeln 136, 137, 138, 139 und 141 der deutschen Verfassung vom 11.August 1919 heißt:

Artikel 137
(1) Es besteht keine Staatskirche.

Also sind alle staatlichen Schulen bekenntnisfrei.

Menschenrechte? Nicht mit Jahwe!

Nun ja ich gebe zu Jahwe heißt er heute nicht mehr, aber das ist die beste Möglichkeit ihn von Allah zu unterscheiden. Schließlich heißen beide Götter im Deutschen lediglich Gott.

Das eigentliche Problem tritt allerdings mal wieder mit seinen Vertretern auf Erden auf. Der Vatikan lehnt sich nämlich mal wieder gegen das ein oder andere Menschenrecht auf. Diesmal geht es um die Rechte Behinderter. Eigentlich solle man ja meinen die würden dem Vatikan am herzen liegen. Ja das mag so sein allerdings kommt mal wieder das alte christliche Schreckgespenst in den weg. Abtreibung.

Der haupt Problempunkt ist Artikel 25:

(a) Provide persons with disabilities with the same range, quality and standard of free or affordable health care and programmes as provided to other persons, including in the area of sexual and reproductive health and population-based public health programmes;

Nun der aufmerksame Leser wird feststellen das das in allen zivilisierten Ländern auch Zugang zu Abtreibung bedeutet.

Im großen und ganzen ist dies haltung gegenüber Menschenrechten allerdings nichts allzuneues, und auch die Vehemenz der Proteste hält sich in Grenzen. Viel schlimmer ist der Wiederstand des Vatikan gegen die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender. Das der Vatikan hier eine der größten Wiederstandskräfte ist stellte sogar der Bundestag, wenn auch zähneknirschend fest.

Zu guterletzt drohte der Vatikan noch damit die Konvention nicht zu ratifizieren. Das ist insofern etwas lächerlich da der Vatikan noch keine UN Konvention ratifiziert hat. Vorallem weil er eigentlich gar kein mitglied der UN ist. Der Vatikan hat lediglich “beobachtenden Charakter”.

Das Institut für Islamfragen

Der Deutschen evangelischen Allianz. Aber eigentlich nicht so wichtig, oder?

Als ich heute mal wieder auf der Suche nach ein paar dicken fetten Fatwas war bin ich doch glatt über diese Seite gestolpert. Wie man am Untertitel schon unschwer erkennen kann ist diese Institut dem Islam nicht gerade wohlgesonnen. Das es aber gerne verwechselt werden möchte ist auch mehr oder weniger unschwer zu erkennen. Ich zumindest hab ein wenig gebraucht bis ich den hellblauen Schriftzug: “der Deutschen evangelischen Allianz” auf dem etwas hellblaueren Banner entdeckt habe.

Da konnte ich dann einem genaueren Blick schon nicht mehr wiederstehen. Zwei große Religionen die sich mal wieder eine Schlammschlacht liefern, dass konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen.Zuerst aber mal die Zielsetzungen diese Instituts. Eigentlich wie immer. “Wir haben ein wissenschaftliches Interesse… bla bla bla”

Sehr viel aufschlussreicher ist allerdings die Sektion in der die ganzen Fatwas gesammelt werden. Eine recht gute Sammlung. Auch wenn in sie eigentlich nur die radikalsten der Radikalen Aufnahme finde. Auch liest man immer wieder die gleichen Themen. Patriarchismus, Homophobie, Märtyrertum, uvm…

Zur Verteidigung des Institus muss man natürlich sagen das es ja eigentlich nichts für die Lieblingsbeschäftigungen seines Lieblingsopfers wissenschaftlichen Subjekts kann.

Trotzdem erscheint die Auswahl der Themen subjektiv. Vorallem da es der Seite gelingt ein noch schlechteres Bild des Islam zu zeichnen als ich es eh schon habe. Das macht dann doch mistrauisch.  Aber nun ist es wieder gut mit der Verteidigung des Islam. Bis zur nächsten Folge von “Nicht mit <placeyourgoodhere>!”

Entchristlichung schreitet voran.

Heute stellt das katholische Nachritenportal kath.net einmal mehr christliche Paranoia in reinform zur Schau.

West- und Mitteleuropa gehen durch eine Phase der Entkirchlichung und Entchristlichung, für die es im Rest der Welt keine Parallelen gibt.

Dies behauptung warf der Theologieprofessor Peter Zimmerling in den Raum. Da stellt sich mir doch die Frage wie lange der gute Mann über diese Aussage nachgedacht hat. Das deutlichste Beispiel dürfte ja wohl die eroberung Spaniens um 1000 n. Chr. sein. Damals gab es sicher keine 60 – 70% Christen mehr in Spanien.

Es mag zwar stimmen das es zur Zeit keinen so säkulären Landstrich wie Europa gibt, aber dies Betrachtungsweise wäre doch etwas kurzsichtig, in beide Richtungen.

Die zweite Aussage die mir als seltsam aufstößt ist wohl das:

„Heute droht der Glaube vielen Christen in einer atheistischen Umgebung regelrecht weggesogen zu werden“

Ich möcht wirklich mal das Land sehen in dem die Atheisten, von mir aus auch zusammen mit Agnostikern gezählt, in der Überzahl sind.

Wenn man allerdings einen 30% Anteil an Nichtgläubigen bereits als atheistische Umgebung sieht dann zeugt das entweder von akutem Realitätsverlust oder eben eine chronisch christliche Verhaltensstörung: Paranoia.

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