Kurz vor der Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten macht nun auch das deutsche Nachrichtenportal Kathnews Front gegen ihn.
Vor allem wohl weil er angekündigt hat den Freedom of Choice Act (FoCA) zu unterstützen. Dieser recht umstrittene Gesetzesentwurf (Ja es ist ein Gesetzesentwurf, da sieht man mal das es auch unter 100 Seiten geht und sogar recht gut lesbar) soll grundsätzlich die Illegalisierung von Abtreibung verhindern. Zwar lässt dieser Entwurf die Illegalisierung erst ab der Lebensfähigkeit des Fetus zu, was in meinen Augen bedenklich spät ist, aber dennoch läuft das ganze auf dem richtigen weg. Wenn man bedenkt das es in den USA durchaus Bemühungen gab die Abtreibung vollständig zu verbieten.
Die rechtliche Lage ist bei uns ist etwas anders und auch Präziser, zumindest in gesetzlicher Form. (in Amerika gibt es wenige Gesetze dafür sehr viel Richter – und Fälle – Recht)
Kathnews hat diesen Act allerdings ein wenig zu stark Interpretiert, so behauptet man doch glatt:
“Jedes Krankenhaus und jede Klinik wäre dazu verpflichtet dem Klienten eine Abtreibung zu ermöglichen.
Alle Gesetze, die Medizinern und Pflegepersonal ermöglichen, die Teilnahme Abtreibungen aus Gewissensgründen zu verweigern, würden aufgehoben werden. Kündigungen von medizinischem Personal aufgrund einer lebensbejahenden Einstellung dürften dann keine Seltenheit mehr sein.”
Nun wer den Entwurf gelesen hat und des Englischen ein wenig mächtig ist, der wird festgestellt haben das lediglich die Illegalisierung der Abtreibung verhindert werden soll. Das Gesetz würde ausschließlich die Regierungen der einzelnen Staaten treffen. Und auch die werden nicht gezwungen Abtreibungen anzubieten. Wer es nicht tun will muss nicht.
Wer nicht der nehme bitte diese bescheidene Übersetzung (Sec 4) meinerseits zur Hilfe:
Absatz 4. Einmischung in reproduktionsmedizinische Gesundheit Verboten.
(a) Politische Stellungnahme- Der Standpunkt(politisch) der USA ist das jede Frau das grundlegende Recht hat, ein Kind zu gebären, eine Schwangerschaft vor dem beginn der Lebensfähigkeit des Kindes oder bei Gefahr für ihre eigene Gesundheit nach dem beginn der Lebensfähigkeit des Kindes abzubrechen.
(b) Verbot der Einmischung- Eine Regierung darf nicht–
(1) einer Frau das Recht verwähren oder andere Maßnahmen ergreifen die dazu geeignet sind sie von ihrem Recht abzuhalten–
(A) ein Kind zu gebären;
(B) einen Schwangerschaftsabbruch vor dem erreichen der Lebensfähigkeit des Kindes durchzuführen; oder
(C) einen Schwangerschaftsabbruch nach dem erreichen der Lebensfähigkeit des Kindes und bei Gefahr für die Gesundheit der Frau durchzuführen; oder
(2) durch Beschränkung(Regulierung) oder Bereitstellung von Vergünstigungen, Einrichtungen, Diensten, oder Informationen diskriminierend gegen die Ausübung der in (1) genannten Rechte wirken.
(c) Staatliche Anklage- Ein von der Verletzung der oben genannten Rechte betroffene Person darf in einer staatlichen Anklage Entschädigung(Wiedergutmachung) erhalten. (Einschließlich staatlicher Wiedergutmachung)
Man kann also durchaus sehen das die Sachlage hier ein kein wenig zugunsten der christlich/katholischen Position verzerrt wurde.
Auch finde ich es seltsam das es Kathnews scheinbar gewaltige Probleme bereitet wenn
“… könnten Minderjährige ohne Wissen der Eltern ihr Ungeborenes töten lassen.”
Zunächst muss man sich also mal fragen wo in dem Entwurf sie das wieder gelesen haben. Dann aber kommt einem als nächstes die Frage was daran so schlimm sein soll. Sicher, es währe zu bevorzugen wenn die Eltern ihren Kindern in einer derart schwierigen Situation unterstützen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen würden. Aber in der Realität sieht es leider auch ab und an mal nicht ganz so rosig aus. Daher wäre es doch durchaus zu begrüßen das Abtreibungen ohne das wissen der Eltern ausgeführt werden können. Das würde den betroffenen schließlich eine gehörige Portion seelische Qualen ersparen.
Abschließend möchte ich noch den billigen billigen Versuch, Obama mit dem Skandal im Chicagoer Christ Hospital in Verbindung zu bringen, ein wenig genauer unter die Lupe nehmen.
Erstens: Wen eine Stimme ausreichte, wie der Kathnews Artikel ja impliziert, dann stand das Gesetz ja eh auf wackeligen beinen. Womit Obama sicher nicht der einzige war der dagegen war.
Zweitens: Das man Kinder nach der Geburt sterben lässt hat mit der Abtreibung an sich gar nichts zu tun. Sicher es ist grausam und falsch, aber keine durch die Abtreibung bedingte Maßnahme.
Drittens: Da das Kind ja offensichtlich Lebensfähig war, wäre eine Abtreibung nach dem FoCA sowieso nicht ohne weiteres mögliche gewesen. Außer bei medizinischer Indikation.
Wie ich vorher ja schon herausstellte handelt es sich bei dem Krankenhaus in dem dieser Skandal bekannt wurde um eine christliche Einrichtung. Man muss sich also fragen ob die geäußerten bedenken wirklich von der richtigen Seite kommen…