Archive for the ‘Wirtschaft’ Category

eBooks und ihr Versagen am Markt

Als einer der Wenigen besitzer eines eBook reader in Deutschland ist es mir im vergleich zu einigen Verlagen leider kein Rätsel warum sich eBooks nur so schleppend am Deutschen Markt etablieren.

Aber zunächst mal die Grundlagen: Es wurden bis mitte 2011 ca. 450.000 eReader verkauft. Wenn wir also annehmen das keines der Geräte aus Aufrüstungsgründen gekauft wurde dann haben bis jetzt also  0,5% der Deutschen einen eReader gekauft. Eigentlich erschreckende wenige wenn man bedenkt wie viele Leute ein Buch besitzen.

Was also ist für dermaßen geringe Verkaufszahlen verantwortlich? Zum einen natürlich sind da ein paar technische Hürden die es noch zu überwinden gilt. So sind die meisten eReader mit wissenschaftlichen Texten und anderer Fachliteratur, welche normalerweise im pdf Format herausgegeben wir, hoffnungslos überfordert. Außerdem erlaubt ein einseitiges Lesegerät kein wissenschaftliches Arbeiten, dazu wären schlielich mehrere Seiten von Nöten.

Diese Beschränkungen sind jedoch für einen großen Teil des Literaturmarktes, namentlich die Belletristik irrelevant. Dort ist es völlig ausreichend ein Buch von Vorne bis Hinten durchlesen zu können. Um also zu verstehen muss man sich von der Hardware abwenden und zum eigentlich relevanten Teil des elektronischen Buches blicken. Dem Inhalt. Und hier stößt man recht schnell auf die Akzeptanzgrenzen der Nutzer.

Die beiden Haupthemmschuhe die sich die Industrie selbst angelegt hat sind Buchpreisbindung und DRM, in genau dieser Reihenfolge. Read more

AKW Laufzeitverlängerung

Atomkraftwerk LeibstadtVon der Finacial Times Deutschland kam Gestern einer der wohl perverseten Vorschläge der jüngeren Vergangenheit. Anstatt die Laufzeitverlängerung nach Sicherheit und Zustand der Kraftwerke zu verteilen sollte sie lieber versteigert werden.

Die paar mikrigen Milliarden die dabei in die Staatskasse gespült werden dürften im Ernstfall nur ein Tropfen auf den heisen Stein sein. Also dann wenn eines der AKW´s das schon lange wegen Sichheistmängeln vom Netz hätte gehen sollen ausläuft.

Man hatt vorgeschlagen das gleiche System wie auch schon bei den Mobilfunkfrequenzen einzusetzen. Man kann also einnahmen zwischen 4 – 60 Milliarden erwarten. Wenns also schlecht läuft reicht das gerade mal für 2-3 Sakopharge alles unter der annahme natürlich das man die Einnahmen wirklich aufspaart und nicht in irgendwelchen Wolfahrtsprogrammen verprasst.

Was mich allerdings an diesem Vorschlag wirklich stört ist das er eigentlich genial ist. Aus sicht der Atomindustrie natürlich. Wenn man sich nämlich mal anschaut mit was BP im moment durchkommt und wie wenig sie in die Verantwortung gezogen werden muss man sich als rationaler und profitorientierter Mensch einfach fragen warum man das nicht auch auf andere Wirtschaftszweige übertragen sollte. Ich mein was solls? Die kosten für die Versteigerung kann man ohne Probleme auf den Stompreis durchschlagen und wenn wirklich was schiefgeht kann man sich ja

  1. immer noch darauf rausreden das durch die Genehmigung der Teilnahme an der Versteigerung die Sicherheisttechnik konkludent gebilligt wurde.
  2. darauf verlassen das 90% der Kosten vom Steuerzahler getragen werden.
  3. darauf verlassen das die Versicherung zuverlässig zahlt.
  4. sich eventueller Fallout im besten fall auf Eurasien beschränkt. Die Ferienwohung im Pazifik als auch weiterhin vor der Presse und anderem Fallout sicher sein wird.

Warum also sollte man es nicht mal versuchen? In der bereiten Öffentlichkeit ist die PR ja eh schon unten durch und die entscheidenden Politiker leben dank Lobbyarbeit sowieso in einer Traumwelt. Die Chancen auf Gewinn stehen also gut.
Also auf zum nächsten Tchernobyl, nur diesmal im Herzen Europas.

PS: Ich binn kein Atomkraftgegner. Aber in den Händen von Idioten oder verantwortungslosen Profitgeiern ist jede Technologie gefährlich. Selbst stumpfe Balsaholzstöcke…

Update:

Halleluja! Der Mist ist wohl vom Tisch. Vorerst…

Mit EA geht es den Bach runter

Für EA scheint das Weihnachtsgeschäft nicht sonderlich gut gelaufen zu sein. Man hat dort innerhalb von nur wenigen Monaten fast 1 Milliarde Verlust eingefahren. Außerdem baut man nun auch insgesamt 1100 Arbeitsplätze ab, immerhin 12% der Belegschaft.

Eigentlich bin ich ganz froh das es EA endlich an den Kragen geht. Es war ja eigentlich jedem Spieler klar das einen so faule Geschäftemacherei nicht auf Dauer gut gehen kann. Schließlich konnte man darauf warten, dass es den Spielern irgendwann zu blöd sein würde das gleiche Spiel nur mit besserer Grafik jedes Jahr neu zu Kaufen.

Ein weiterer Grund für das Versagen von EA könnte natürlich auch sein das EA sich als Vorreiter in Sachen lästige unausgegorene Kopierschutzmaßnahmen nicht gerade viele Freunde gemacht hat.

Hoffen wir also das EA pleite geht. Dann sehen wir vielleicht in ein bis zwei Jahren mal wieder ein paar innovative Spiele.

Die wollen ja nichts Verkaufen!

Das zumindest möchte man meinen wenn man versucht etwas ältere Musik zu kaufen.

Heute war es mal wieder soweit, ich wollte ein wenig meines Weihnachtsgelds in Musik investieren. Das ist allerdings etwas schwieriger als man annehmen möchte. Zum einen machen einem natürlich die horrenden Preise das Leben schwer. Zum anderen ist es etwas verwirrend wenn man ein CD aus dem Jahr 2003 kaufen will und sich “Gibt es nicht. Das wird nicht mehr Produziert.” anhören muss.

Es ist ja nicht so das man CD´s nicht nachproduzieren könnte. Schließlich kosten Kopien von digitalen Datenträgern fast nichts.

Das zeigt nur einmal mehr das die Musikindustrie noch nicht begriffen hat das sie schon lange kein Monopol mehr hat. Man kann schließlich nicht erwarten das kauf willige Kunden sich bis zum St. Nimmerleinstag vertrösten lassen. Irgendwann werden sie sich aus anderen Quellen bedienen. Davon sehen dann die Künstler natürlich nichts, aber mal ganz im ernst man kann dem Kunden nicht wirklich vorwerfen das er nicht den Legalen weg versucht hätte.

Wenn mir jetzt jemand erzählen will das es ja legale Onlineshops gäbe der sollte evtl. bedenken das die meisten ihre Musik nur DRM gesichert herausgeben. Was wiederum bedeutet das sich der Kunde auch auf illegales Terrain begeben muss. Zumindest sobald die DRM Server des Shops nicht mehr betrieben werden. Mal ganz davon abgesehen das dies Möglichkeit Kunden ohne permanente Internetverbindung gar nicht wirklich offen steht.

Das gleich Problem hatte ich auch schon mit TES: Morrowind. Kaufen? Fehlanzeige.

Im Großen und ganzen muss man wohl sagen das es einigen Unternehmen wohl noch ein wenig zu gut geht.

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