Die letzen paar Tagen waren einmal mehr erleuchtend, im besonderen was den einfluss der Fachpresse auf Aktienkurse betrifft. Paradebeispiel dieser Woche: THQ
Man beachte vor allem den Anstieg am 14. das war der Tag an dem die Magazine die eine “gute” oder bessere Wertung zugesichert hatten ihre Berichte veröffenlichen durften. Am Morgen den 15. dann war die Stimmung schon etwas gehaltener. Das lag wohl daran dass am Release auch alle unabhängigen Medien ihre Tests veröffentlichen durften.
Obwohl es eigentlich nach einem recht rationalen Geschäftstätigkeit aussieht sollte man bedenken das weder der Anstieg am 14. noch der Fall am 15. wirklich sinvoll begründet werden können. Zumindest nicht von Investorseite. Wie sich nämlich am 15. und 16. relativ schnell herausstellte verkaufst sich Homefront trotz der eher Mäßigen Testergebnisse eigentlich recht gut. Tatsächlich sogar besser als jedes anderes Spiel das THQ auf den Markt brachte. Die Nachfrage nach dem Multiplayer Teil des Spiel ist sogar so groß das THQ gezwungen war zusätzliche Server einzurichten.
Es ist also nicht nur verwunderlich warum die Aktie immer noch nicht ansteigt es ist mir vor allem ein Rätsel warum Investoren sich von offensichtlich gekauften Tests zu einem Einkauf bewegen lassen. Es ist ja bei weitem kein Geheimniss das Publisher mit allen Mitteln versuchen möglichst gute Wertungen herauszuschinden. Genau so wenig ist unbekannt dass dies insbesondere über Erstveröffentlichungsrechte bewerkstelligt wird.
Nun da ich endlich wieder etwas Luft zum Atmen habe und dadurch die Gelegenheit mit den Aktuellen Spieleentwicklungen aufzuhohlen, wird mir fast schon wieder schlecht.
Ja schön es gibt ein paar wirkliche Lichtblicke wie z.B. Brink oder The Witcher 2. Aber davon abgesehen sind all die interessanten Titel schon wieder mit Sorge beladen. Nehmen wir als Paradebeispiel doch einmal Dragon Age 2. Um das Damoklesschwert sehen zu können muss man zunächst einen blick in die Vergangenheit werfen. Zu Mass Effect nämlich.
Mass Effect 1 war eins der besten Experimente die mir seit langem (Deus EX) untergekommen sind. Zwei gut entwickelte und beliebte Spielpinzipien wurden zu einem hervorragenden Bastard gezüchtet. Sicher auch der erste Teil hatte seine Probleme. Namentlich: unzulängliche Itemverwaltung und ein rollenspielunwürdiges Konversationssytem.
Beim ersten Spielen war eigentlich nur die Itemverwaltung ein Problem. Da man das allerdings nicht allzu oft brauchte und es auch sonst den Spielablauf störte war diese Problem eigentlich kein Beinbruch. Das Konversationssystem allerdings bereitete mir schwirigkeiten. Besonders als ich ME zum zweiten mal Spielen wollten um die Story mal nicht als Amerikanischer Cowboy gekreuzt mit Rambo zu erleben.
Das Problem war, dass man es sich scheinbar nicht Leisten wollte/konnte für verschiedene Antworten des PCs verschiedene Reaktionen zu Programmieren. Kleiner selbsttest wenn ihr das Spiel zur Hand habt: Versucht mal auf einer rationalen Basis mit dem Intergalaktischen Rat zu argumentieren.
Genau das könnt ihr euch schenken. Man ist gezwungen etwas völlig irrationales zu verlangen und muss dann auch noch schmollen wie ein kleines Kind das keinen Keks nach dem Abendessen bekommen hat. Und genau dieses Konversationsverhalten. Ergo: Dem Spieler wird eine auswahl vorgegaukelt, obwohl er keine hat. Ist symptomatisch für ME. Wie man das wesentlich besser machen kann hat und Alpha Protocol gezeigt.
Was aber ist daran nun schlecht für Dragon Age 2? Nun… Die nichtauswahl bei Konversationen hatte in ME einen triftigen erzähltechnischen Grund. Und zwar den, dass man immer egal wie man spiel nur einen Character erlebt. Und zwar Shepard. Egal wie man es dreht und wendet als Spieler ist man immer Shepard. Das hatt natürlich mit Rollenspiel nichts mehr zu tun. Macht aber (zumindest bei erträglicher charakterisierung) keinen großen Unetrschied für ein Lineares Spiel wie ME mit sehr begrenzter Characterentwicklung.
Das Problem ist nun also das EA & Bioware angekündigt haben das man in DA 2 einen weißen, braunhaarigen Kerl namens Hawke spielen wird. Oder in anderen Worten: “Wir waren zu faul nochmal so einen riesen Dialog- und Konsequenzenbaum wie für DA 1 zu entwickeln”
Es sieht also schlecht aus für das Rollenspiel Dragon Age 2. Umsobesser aber für Mass Effect: Fantasy edition.
Nach all dem genörgle über wie schlecht DA 2 werden wird wenden wir uns doch lieber dem zweiten und heilbarerem Kandidat zu. TES 5: Skyrim. Ein Title auf den ich seit Jahren sensüchtig warte und dessen Vorgänger Oblivion ich auch heute noch mit erscheckender Begeisterung spiele. Was also sorgt mich bei dieser Serie?
Vor allem der Kopierschutz. Die zeichen stehen allerdings schlecht. Beth hatt ja auch schon bei Fallout: New Vegas schon auf Steam gesetzt. Darüberhinaus findet sich in den offiziellen Foren bereits eine Umfrage wie Steam bei den Nutzern ankommen würde. Im moment sieht es danach aus das ca. 30% der Forennutzer auf den Skyrim Kauf verzichten werden wenn Steam pflicht wird.
Was ist also so schlecht an Steam? Nun im Fall von TES V ist es vor allem die bindung an Valve. Schließlich hat TES IV nur deshalb so lange gelebt weil es sich einer gewaltigen Modderbasis erfreuen konnnte. Das konnte es vor allem deswegen weil man quasi jeden Aspekt des Spiels umkrempeln konnte. Zwar hat Beth auch für Skyrim bereits die DEV Tools angekündigt allerdings heißt das noch lange nicht dass diese sich unter Steam durchsetzen können.
Ich möchte hier nur mal an nicht von Beth unterstützte Software wie z.B. OBMM, WBash, OBSE und viele mehr erinnern. Keines davon war jemals von den Entwicklern angedacht und da alle diese Tools gewaltige eingriffe in die Progammfunktion vornehmen bezweifle ich das sie jemals den weg auf Steam finden werden.
Ein weiterer Punkt der auch schon in den Foren genannt wurden sind natürlich die AGBs von Steam. Stem behält sich schließlich vor die AGBs jederzeit zu ändern. Dagegen habe die Nutzer allerdings keinen Handhabe. Bzw. sie können ihren Steam Account löschen lassen. Was im endeffekt den verlusst aller Steam Spiele herbeiführen würde. Man ist also als Steam nutzer nicht nur an die AGBs des Herstellers und von Valve zum Kaufzeitpunkt, sondern auch an das weiterlaufende wohlwollen von Valve gebunden.
Hoffen wir also das Bethesda doch noch die probleme von DRM sieht und sich entschließt sie zu vermeiden. Mehr als hoffen können wir leider kaum.
Im Zuge der Ankündigung von Portal 2 für die PS3 hört man überraschende Dinge von Valve wie auch von Sony. Der erste teil ist so benutzerfreundlich das man sich schon fast wundern muss ob diese aussagen wirklich von den genannten Firmen stammen. So meinte Doug Lombardi auf nachfrage von 4Players:
4P: Is a Steam account required to play the game – even if I have no interest in the coop part? Is a Steam account required for the coop part? (Even if the user does not intend to play cross-plattform).
Doug Lombardi: If you’re a PS3 guy and don’t care about the PC/Mac/Steam, no worries — you just drop in the disc and go for it.
If you do care about the PC/Mac/Steam and want to take advantage of the Steam Play functionality, then you obviously need an account (and a PSN account) to access the game via Steam on those platforms.
Das hört sich nicht nur prima an, dass ist auch Prima. Aber wie bei allem was sich zu gut anhört um wahr zu sein gibt es auch hier einen Haken. Keinen überraschenden wohlgemerkt. Aber dennoch einen erheblichen.
4P: Will the game then forever be tied to that Steam account, thus cannot be easily sold etc.?
D.L.: We will be announcing more on all of this a bit closer to launch.
Er hätte eigentlich ja auch gleich “JA” sagen können es macht schließlich kaum einen Unterschied wie viel vorher man erfährt das alle bei Steam und PSN registrierten Spiele nicht wird weiterverkauft können. Sicher wieder ein hervorragender Schachzug um seine ehrlichen Kunden noch ein wenig mehr zu gängeln.