Meet the Mormon und andere Seltsamkeiten
- August 5th, 2010
- Posted in Japan . Persönlich
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Zuerst mal ist mir heute Morgen im Zuge meiner täglichen Busfahrt aufgefallen dass es hier sogar noch schlimmer als bei uns ist. Für jedes WPS gesicherte WLAN kommen nochmal genauso viele mit WEP dazu und der Rest ist sowieso offen. Die können froh sein das Google hier nicht rumfährt.
Woher ich das weiß. Weil mein Smartphone mir auf der Busfahrt dauernd sagt des es offene WLAN gefunden hat. Ich musste inzwischen schon das Autodiscovery ausstellen nur damit ich in ruhe Busfahren kann.
Aber kommen wir lieber zum Interessanten Teil des Abends:
Meet the Mormon
Meine Gastmutter hat mich zuerst mal zum Essen eingeladen. Zwar kein japanisches Restaurant aber die hatten erstklassige australische Steaks. Nun ja danach sind wir aufgebrochen zur Mormonenkirche, ich hab leider vergessen Fotos zu machen.
Wir kamen quasi gleich nach dem Gottesdienst dort an und haben uns auch sofort ins Vergnügen gestürzt. Die Mormonen bieten quasi allen interessierten Japaner English Sprachkurse an. Die beiden “Elder” also quasi fertig ausgebildete Missionare. Die beiden die heute Abend den Kurs hielten konnten auch ziemlich gut Japanisch. Der eine war Amerikaner und der andere japanischer Konvertit.
Vor dem Unterricht habe ich mich noch kurz mit dem Japaner unterhalten und ein wenig Vergangenheit ausgetauscht. Dann ging es auch schon los. Zuerst mal hat sich der Japanische Konvertit der Gruppe von ca. 10 Leuten vorgestellt. Nach ein paar Fragen aus dem Publikum kam das Ganze dann etwas ins Stocken und ich habe die Gelegenheit ergriffen den Missionar zu fragen was ihn den Motiviert hat Missionar zu werden.
Wie genau es dann weiterhing ist mir gerade irgendwie entfallen. Auf jeden Fall wurde dann ich der Gruppe vorgestellt. Das schien dann wesentlich interessanter als die Missionare. Wir kamen glaube ich während der ganzen 1 1/2 h nicht ein einziges mal auf Religion zu sprechen. Erst zum obligatorischen Gebet am Schluss war dann wieder was von Religion zu spüren.
Aber lieber zurück zum Geschehen. Faszinier hat mich aus dem Publikum ein seltsamer Gelehrter (oder was auch immer er war. Auf jeden Fall war er schon in mindestens 5 Ländern Europas und in den USA und Canada. Außerdem konnte er etwas Russisch.) und eine ältere Dame (ich schätze sie jetzt mal auf ca. 70 Jahre.)
Am meisten überrascht hat mich die alte Dame. Wir hatten am Anfang der Stunde ein Phrase erwähnt und sie hat sie innerhalb von 10 min aufgeschnappt umgestellt und benutzt. Ich fragte den Missionar: “What motivated you to become a Missionary” und sie fragte mich: ” What motivated you to come to Japan”.
Wir haben dann noch die groben Unterschiede zwischen Deutschland und Japan durchgekaut. Noch ein paar Persönliche Fragen wie: “Mögen sie Misu Suppe” => “Ähm… Nein eigentlich nicht.” (Gastmutter anwesend).
Oder um noch ein paar Themenbeispiele zu nennen: Bauweisen, Essen, klassische Musik, meine Musikvorlieben, Lieblingsfarbe (=> Take a guess => Laugther), usw… Ihr versteht schon. Die klassischen Touristenfragen.^^
Am Ende konnte ich mich dann noch ein wenig mit dem amerikanischen Missionar unterhalten. Er hat mir natürlich ein wenig über seinen Glauben erzählt und mir angeboten mir ein paar Bücher mitzugeben. Ein Angebot das ich natürlich nicht ablehnen konnte. Man muss sich ja schließlich nicht unbedingt mit Geweihen als Jagdtrophäe zufrieden geben. Leider musste er dann in der Lobby feststellen das er gar keine in Englisch geschweige denn Deutsch da hat. Auf meinen Vorschlag hin mir die Dinger doch einfach per Post nach Deutschland zu schicken ist er dann auch recht begeistert eingegangen. Also nicht wundern wenn demnächst mal hübsch illustrierte Bibeln in der Post auftauchen.
Ich muss schon sagen die haben sich ziemlich gute Künstler angeheuert. Entweder Religion ist wirklich ein Inspirationsfaktor oder die Mormonen haben einfach zu viel Geld.
Was hastn der Alten geantwortet (respektvoll gemeint, nicht “mei Alde”!)? “Wollte wissen obs hier wirklich so is wie in den Mangas dauernd… Voll krasse Farben hier!”
Na ja nicht ganz, ich hab ihr erzählt das mein Interesse an Japanischer Kultur zwar von Mangsa & Anime begonnen wurde aber dass ich dann irgenwann festgestellt hab dass das eigentlich nicht Japanische Kultur ist. (sondern nur ein kleiner Teil davon)
Sie meinte dann zum Abschluss noch das sie sehr überrascht sei das Deutschland kein Klassik Land sei. Woraufhin ich meinte dass das in etwas der gleiche Kulturirrtum sei wie zu denken das Anime & Mange Japanische Kultur sind.
Hä? “Klassik Land”? Also wir solln keins sein? Hör ich eigentlich sonst immer nur gegenteiliges im Sinne von “Was, ihr habt auch Klassik? Kommt das auch von Tokio Hotel/Bushido/Bienchen/ect.?”… natürlich in englisch, wenn ich mich mit anderen nation-äh-stämmigen unterhalte. Weird, aber Sachen gibts…
@ein Drake aus Ankara
Sorry das ich so lange zum antworten gebraucht hab aber hier bin ixh ziemlich im Freizeitstress und hab auch nicht überall Internet.
Also in Japan und Asien im allgemeinen herrscht die Meinung vor das alle Europäer und vor allem die Deutschen Klassik und fast nur Klassik hören. Das ist in etwa das gleiche wie wenn ein deutscher bei der Erwähnung von Frankreich an Froschschenkel denkt. Oder bei Asien an geishas. Das jeweilige Element ist zwar in der Kultur erhalten aber es ist bei weitem nicht so dominant wie es mancher annehmen würde.
Ein klassisches stereotyp also.